Geschichte

Warum sind wir so, wie wir sind? Aus welchen Gründen unter­scheiden sich Kulturen und Gesell­schaften so häufig vonein­ander? Woher stammen die Gemein­samkei­ten zwischen den Menschen, Gesell­schaften und Kulturen? Nur Zahlen, Daten, Fakten? Im Fach Ge­schich­te geht es heutzu­tage nicht nur um diese drei Dinge – in erster Linie geht es darum, dass Schüler­innen und Schüler sich mit Fragen an Vergan­genes ausein­ander­setzen. Fragen danach, inwie­fern die Vergan­genheit unsere Gegen­wart beein­flusst, aus welcher Moti­vation heraus Menschen in der Vergan­genheit gehan­delt haben und welche Folgen dieses Handeln bis heute nach sich zieht.
Indem die Schüler­innen und Schüler sich mit der Anders­artig­keit des Vergan­genen beschäf­tigen, erkennen sie, wo – trotz des zeit­lichen Abstands zu unserem Hier und Jetzt – Gemein­samkei­ten im aktu­ellen Zeit­gesche­hen liegen. Der Blick auf histo­rische Zustände, Struk­turen und Menschen­handeln soll zu Er­kennt­nissen führen, die die Schüler­innen und Schüler in die Lage ver­setzen, gegen­wärtige Verhal­tens­weisen, Zustände und beson­ders auch Mis­stände zu erkennen und aktiv eine Position dazu einzu­nehmen. Über Fragen an die Ge­schich­te trägt das Fach also zur Orien­tierung junger Menschen in unserer komple­xen Lebens­welt bei.
Fragen, welche während des Unter­richts gestellt werden, können z.B. fol­gendes bein­halten:

  • Inwie­fern ist es gerecht­fertigt, heutzu­tage einen Karls­preis für beson­dere euro­päische Ver­diens­te zu ver­lei­hen, obwohl Karl der Große auch für seine brutale Kriegs­führung und Zwangs­christia­nisie­rung bekannt ist?
  • War die Fran­zö­sische Revo­lution ein Akt der Selbst­befrei­ung der Fran­zosen oder Anfang eines großen Chaos, das zu lang­jährigen Kriegen in ganz Europa führte?
  • Sollten Straßen­namen beibe­halten werden, obwohl die Namens­geber große Fehl­entschei­dungen trafen oder sich gar eines Ver­bre­chens schuldig gemacht haben?
  • Wie konnte es zum Natio­nalso­zialis­mus kommen, bzw. wie konnte aus der ersten deut­schen Demo­kratie eine faschis­tische Diktatur ent­stehen?

Nach dem Para­digmen­wechsel hin zur Kompe­tenzori­entie­rung geht es im Fach Ge­schich­te weniger darum, Zahlen, Daten und Fakten aus­wendigzu­lernen, sondern darum, die Schüler­innen und Schüler komptent zu machen, um ein Ge­schichts­bewusst­sein zu entwick­eln und daraus einen persön­lichen Gewinn für sich und ihre Umwelt zu ziehen. Vier zentrale Kompe­tenzen werden im Fach geschult:

Sach­kompe­tenz: Hierbei soll Wissen über Zeit­vorstel­lungen, histo­rische Ereig­nisse, Personen, Prozesse, Struk­turen, Ideen­geschich­te von den Schüler­innen und Schülern erworben und der Umgang mit diesem Wissen geschult werden.
Metho­denkom­petenz: Hierbei erlernen die Schüler­innen und Schüler, wie und mit welchen Ver­fahren histo­rische Abläufe und Struk­turen analy­siert werden können (z.B. Inter­preta­tion von Quellen und kriti­sche Ausein­ander­setzung mit histo­rischen Dar­stel­lungen).
Urteils­kompe­tenz: Hierbei sollen die Schüler­innen und Schüler dazu befähigt werden, selbst­ständig zu einer begrün­deten Beur­tei­lung histo­rischer Ereig­nisse zu gelangen.
Hand­lungs­kompe­tenz: Hierbei lernen die Schüler­innen und Schüler, ihre erwor­benen Kompe­tenzen in heutigen Situa­tionen einzu­setzen und aus der Ge­schich­te Orien­tierung für die eigene Lebens­welt zu gewinnen.

Am Elly findet Ge­schichts­unter­richt in Klasse 6, 7 und 9 sowie in der gesamten Sekundar­stufe II statt.