Türkisch-AG

Leitung:
Klassen:
Zeiten:
 
Raum:
Herr Özcan
5 – 12
donnerstags, 8. / 9.
freitags, 8. / 9.
A 0.28

In einem an den Zielen der Euro­päi­schen Union ori­entier­ten Gesamt­konzept der durch­gängi­gen Sprach­bildung finden im Sinne einer „Wert­schätz­ung der natür­lichen Mehr­sprachig­keit“ auch die Familien- und Her­kunfts­spra­chen mehr noch als bisher An­erken­nung als Fremd­spra­chen.
Die po­liti­sche, kultu­relle und wirt­schaft­liche Ent­wick­lung Europas stellt im Kontext inter­natio­naler Koope­ration und globalen Wett­bewerbs sowie der Er­zie­hung zur Mehr­sprachig­keit er­weiter­te Anfor­derun­gen an den modernen Fremd­sprachen­unter­richt. Dies gilt in be­sonderem Maße für den Tür­kischun­ter­richt, denn die Nach­fahren der tür­kischen Zu­wande­rin­nen und Zu­wande­rer haben sich zwar einer­seits als deutsche Staats­bürge­rinnen und Staats­bürger in den deut­schen Alltag inte­griert, an­derer­seits fühlen sie sich aber auch den kultu­rellen und sprach­lichen Wurzeln der Groß­eltern/ Eltern­genera­tion ver­bunden. Diese Wurzeln können sie intensiv pflegen und erwei­tern, indem sie ihre Mutter­sprache als moderne Fremd­sprache in der Schule weiter­führen.
Türkisch ist nicht nur die offi­ziel­le Landes­sprache der Türkei, sondern als Ver­kehrs­sprache auch in anderen Teilen der Welt ver­breitet. Etwa 85 Mil­lio­nen Menschen sprechen Türkisch in West- und Mittel­europa, darunter 65 Mil­lio­nen als Mutter­sprache und 20 Mil­lio­nen als Zweit­sprache. Türkisch ist somit ein wich­tiges Ver­ständi­gungs­mittel in vielen Teilen der Welt.
In der Bundes­repu­blik Deutsch­land leben ca. drei Mil­lio­nen Menschen, die Türkisch als Mutter­sprache sprechen. Auf dem Hinter­grund der wirt­schaft­lichen und poli­ti­schen Ent­wick­lung in der Türkei er­wachsen Schüler­innen und Schülern durch eine mög­lichst weit­reichen­de För­de­rung der Mehr­sprachig­keit zu­sätz­liche Chancen im privaten wie im beruf­lichen Leben.
Die Teil­nahme am Tür­kischun­ter­richt gibt den türkisch­sprachi­gen Schüler­innen und Schülern mehr Mög­lichkei­ten, ihr zu­künf­tiges Leben selbst zu ge­stal­ten. Der Unter­richt bereitet sie auf eine mehr­sprachi­ge und inter­kultu­relle Lebens­situa­tion in der Bundes­repu­blik Deutsch­land vor, bewahrt ihnen zugleich aber die Mög­lich­keit, in der Türkei zu leben, zu stu­die­ren und zu arbeiten.
Leitziel des Tür­kischun­ter­richts in der Sekun­darstu­fe I ist die inter­kultu­relle Hand­lungs­fähig­keit, die in den Be­rei­chen der kom­munika­tiven, inter­kulturel­len und me­thodi­schen Kom­peten­zen sowie der Ver­fügbar­keit von sprach­lichen Mitteln und der Sprach­bewusst­heit ent­wi­ckelt wird.
Der kompe­tenzori­entier­te Tür­kischun­ter­richt am Gym­nasi­um ist ge­kenn­zeich­net durch

  • die Stärkung der Anwen­dungsori­entie­rung und des lebens­welt­lichen Bezugs,
  • die Stärkung der münd­lichen Kommu­nikati­onsfä­hig­keit,
  • die Er­weite­rung von landes­kund­lichen Kennt­nis­sen zu inter­kultu­rel­ler Hand­lungs­kompe­tenz, welche die Sensi­bilisie­rung für unter­schied­liche Ge­schlech­terper­spekti­ven und kultu­rell bedingte Rollen­ver­ständ­nisse ein­schließt.

Im Sinne einer Nach­haltig­keit ist die Kon­tinui­tät von Lern­prozes­sen unab­ding­bar. Der Tür­kischun­ter­richt am Gym­nasi­um knüpft somit an die Fähig­kei­ten, Fertig­kei­ten und Kennt­nisse sowie Ein­stel­lungen und Hal­tun­gen der Schüler­innen und Schüler an, die diese im Umgang mit Sprachen ins­gesamt und mit Türkisch als Her­kunfts­sprache in Familien und ggf. in der Grund­schule erworben haben und baut auf den ge­mein­samen Grund­sätzen des fremd­sprach­lichen Lehrens und Lernens von Grund­schule und weiter­führen­der Schule auf. Folgende Aspekte haben deshalb für den Tür­kischun­ter­richt in der Sekun­darstu­fe I be­sonde­re Be­deutung:

  • Kommu­nikati­onsori­entie­rung mit viel­fälti­gen kom­munika­tiven Akti­vitä­ten in be­deut­samen Verwen­dungssi­tuatio­nen,
  • Themen-, An­wen­dungs- und Situa­tions­bezug, Authen­tizi­tät,
  • Erkunden von Sprache sowie ent­decken­der und expe­rimentie­render Umgang mit Sprache,
  • Nach­denken über und Be­wusst­machen von Lern­erfah­rungen,
  • För­de­rung des selbst­reflexi­ven und selbst­stän­digen Lernens,
  • Ori­entie­rung an der Lern­entwick­lung des ein­zelnen Schülers/der ein­zelnen Schüler­in im Sinne einer indi­vidu­ellen För­de­rung,
  • dar­stel­lendes, gestal­tendes Lernen,
  • be­hutsa­mer und kon­struk­tiver Umgang mit Fehlern,
  • funk­tio­nal ein­sprachi­ge Unter­richtsge­stal­tung

Unter thema­tisch-in­haltli­chen Ge­sichts­punkten bildet der Unter­richt über alle Jahr­gangs­stufen hinweg sozio­kultu­rel­les Orien­tie­rungs­wissen in den fol­gen­den Be­rei­chen aus:

  • Lebens­planung und Teilhabe am gesell­schaft­lichen Leben
  • Schule und Berufs­orien­tie­rung
  • Türkei und tür­kisch­spra­chige Re­gionen