Elly-Powi

„Jede demo­krati­sche Gesell­schaft, die ihre Kon­flikte nicht austrägt, sondern durch Verbots­er­lasse konser­viert, hört auf, demo­kra­tisch zu sein, bevor sie beginnt, Demo­kratie zu be­greif­en.“

Günter Grass

Im Fach­bereich Politik­wissen­schaft geht es grund­legend um den Erwerb sozialer Kompe­tenzen, sodass es zwei thema­tische Schwer­punkte aufweist:

  • Streit­schlich­ter­ausbil­dung
  • Sport­helfer­ausbil­dung

 
Die Streit­schlich­ter­ausbil­dung beruht auf dem Bens­berger Media­tions-Modell. Dieses Modell zur Streit­schlich­tung hat sich bereits seit einigen Jahren erfolg­reich inner­halb ver­schie­dener Einrich­tungen (Schule, Kinder­garten) eta­bliert. Es wurde dahin­gehend von einer pä­dago­gischen Trainer­gruppe an der Thomas-Morus-Akademie in Bensberg mit dem Ziel einer kon­struk­tiven gewalt­losen Konflikt­bewäl­tigung entwick­elt.

Hierbei setzen sich die strei­tenden Parteien mit einem nicht invol­vierten all­partei­ischen Ver­mitt­ler ausein­ander, um zu einer einver­nehmlich­en Lösung zu gelangen. Der Ver­mitt­ler (Mediator) hat dabei keine Entschei­dungs­­befugnis, sondern regelt den Ablauf bzw. leitet den koope­rativen Prozess an und schafft neue Perspek­tiven. Die Media­tion verläuft auf frei­willi­ger Basis, bei der jedoch alle Betei­ligten profi­tieren.

Das Bens­berger Media­tions-Modell (BMM) geht von dem Leitbild einer kon­struk­tiven Konflikt­kultur aus, welche die Bereit­schaft zum Umdenken, Gewalt­losig­keit, Selbst­verant­wortung und Empathie in den Fokus zur Lösung solcher Strei­tig­keiten stellt.
Bei dem Modell geht es nicht nur um die Lösung bereits vorhan­dener Kon­flikte (Media­tion), sondern auch um die Präven­tion (Train­ings­­programm) und Inter­vention (Konflikt­deeska­lation). Dieses Konflikt­­lösungs­­training ver­mit­telt rituali­sierte Sprach­muster als Werk­zeuge. Zudem spielt der Rollen­wechsel anhand von Ritualen eine große Rolle, um die Empathie der Betei­ligten zu stärken. Das BMM fördert damit das soziale und werte­orien­tierte Handeln in der Gemein­schaft.

Zu Streit­schlich­tern ausge­bildete Schüler­innen und Schüler durch­laufen dieses Programm, um es an­schlie­ßend im Schlicht­ungs­­büro oder als Pausen­helfer anwenden zu können. Eine Auswei­tung oder Ergän­zung des Pro­gramms ist möglich.

Das Programm bein­haltet folgende Unter­richts­inhalte:

  • Was ist ein Konflikt und warum wird er oft so negativ gesehen?
  • Was ist Gewalt und wie zeigt sie sich an Schulen?
  • Kon­flikte im Schul­alltag (Kon­flikte zwischen Tür und Angel lösen?)
  • Was ist Media­tion und wie kann sie helfen?
  • Tech­niken der Ge­sprächs­führung
  • Analyse der Rollen­spiele durch Video­aufzeich­nung

 
Die Sport­helfer­ausbil­dung umfasst vor allem einen verant­wortungs­vollen Umgang mit Menschen sowie die Planung und Durch­führung sport­licher Aktionen. Die Schüler­innen und Schüler erwerben zudem Kennt­nisse über den Umgang mit Gruppen und üben auch hier, mit Kon­flik­ten umzu­gehen, die immer wieder in einer Gruppe ent­stehen können.

Dabei ist es keines­falls Voraus­setzung, selber sehr gut im Sport zu sein. Es ist aber hilf­reich, wenn man selber auch Sport treibt. Der Kurs ist für die Schüler­innen und Schüler gedacht, die wegen ihres Inter­esses, ihrer Begabung und Verhal­tens geeignet sind, für sich und andere im Bereich Sport Verant­wortung zu über­nehmen.

Sie müssen sich während der Ausbil­dung sowohl mit ihren Stärken, Schwä­chen und Eigen­heiten ausein­ander­setzen wie auch mit denen anderer (z.B. Erlernen des Umgangs mit Schülern, die immer kriti­sieren oder Moti­vation schwä­cherer Schüler; eigenes Auf­treten vor der Gruppe). Es geht dabei nicht zuletzt auch um non­verbale Kommuni­kation/Körper­sprache.

Durch die Ausbil­dung wird die Teil­nahme der Schüler­innen und Schüler am Schul­gesche­hen und ihre Bereit­schaft und Fähig­keit zur Über­nahme von Mitver­antwor­tung geför­dert.
Darüber hinaus erhalten sie Kennt­nisse, die sie dazu befä­higen sport­liche Aktivi­täten mit Kindern und Jugend­lichen mitzu­gestal­ten (Organi­sation und Durch­führung von Sport­ange­boten).

Sport­helfer ist der 1. Baustein im Qualifi­­zierungs­­system des LSB und ein Basis­modul für eine spätere Übungs­leiter­ausbil­dung.

Lern­inhalte:

  • Bewe­gungs-, Spiel- und Sport­bedürf­nisse der Schüler im außer­unter­richt­lichen Sport
  • Auf­treten vor der Gruppe, Regeln, Organi­sations­formen
  • Gruppen leiten
  • Umgang mit Kon­flik­ten
  • Bewe­gungs- und Sport­angebote erleben und reflek­tieren
  • Auf­wärmen, Cool down
  • Rechte und Pflich­ten
  • Erste Hilfe
  • Sicher­heits­aspekte